Cardmarket Gebühren 2026: Was Verkäufer wirklich zahlen

17.08.2026 · TCG-Rechner Redaktion

Der komplette Gebühren-Stack beim Verkauf auf Cardmarket 2026

Wer auf Cardmarket verkauft, zahlt nicht nur die offensichtliche Provision. Der tatsächliche Nettoerlös hängt von vier Faktoren ab: Provision, Trustee-Gebühr, Versandkosten und Verpackung. Gerade bei günstigen Karten frisst der Fixkostenanteil den Gewinn auf – das zeigt die folgende Aufschlüsselung.

1. Provision (5 %, Cap 100 EUR)

Cardmarket verlangt 5 % Provision pro Verkauf, gedeckelt auf maximal 100 EUR pro Artikel. Das bedeutet: Verkaufst du eine Karte für 2.500 EUR, zahlst du trotzdem nur 100 EUR Provision – effektiv also nur 4 %. Der Cap greift ab einem Kartenwert von 2.000 EUR (100 / 0,05 = 2.000).

2. Trustee-Service (ca. 0,75 %)

Der Trustee-Service schützt Käufer und Verkäufer vor Zahlungsausfällen. Die Gebühr beträgt ca. 0,75 % des Verkaufspreises (inkl. Versandkosten, aber ohne Provision). Sie wird vom Verkäufer getragen und fällt bei jeder Transaktion an – auch bei Kleinbeträgen.

3. Versandkosten & Verpackung

Du als Verkäufer trägst die Versandkosten. Übliche Preise 2026:

Faustregel: 0,50–1,00 EUR Verpackungskosten pro Sendung sind realistisch, wenn du sauber arbeitest.

4. Beispielrechnung für 3 Verkäufe

Angenommen, du verkaufst drei Karten einzeln – jeweils mit unversichertem Versand (1,50 EUR) und Verpackung (0,70 EUR). Die Trustee-Gebühr berechnet sich auf den Kartenpreis plus Versandkosten (nicht auf die Provision).

PositionKarte A (5 EUR)Karte B (50 EUR)Karte C (200 EUR)
Verkaufspreis5,0050,00200,00
Provision (5 %)0,252,5010,00
Trustee (0,75 % auf 6,50 / 51,50 / 201,50)0,050,391,51
Versand (pauschal)1,501,501,50
Verpackung0,700,700,70
Gesamtkosten2,505,0913,71
Nettoerlös2,5044,91186,29
Effektive Kostenquote50 %10,2 %6,9 %

Deutlich wird: Bei einer 5-EUR-Karte bleiben nur 50 % des Preises übrig – das ist wirtschaftlich kaum sinnvoll. Ab ca. 10–15 EUR Kartenwert sinkt die Kostenquote unter 15 % und der Verkauf wird attraktiver.

5. Einzelverkauf vs. Lot-Verkauf – die Schwelle

Die entscheidende Frage: Ab wann lohnt sich Einzelverkauf statt Lot? Die Antwort hängt vom Preisabschlag für Lots ab, den du akzeptieren musst.

Einzelverkauf bringt höhere Preise, kostet aber pro Karte Fixkosten (Versand + Verpackung + Zeitaufwand für Einstellung, Kommunikation, Versand). Bei 3 EUR Versand/Verpackung pro Sendung sind das bei 10 Einzelkarten 30 EUR Fixkosten.

Lot-Verkauf bündelt die Fixkosten: Eine Sendung für 10 Karten kostet vielleicht 4 EUR Versand (statt 15 EUR) und nur eine Verpackung (0,70 EUR statt 7 EUR). Dafür musst du einen Preisabschlag von typischerweise 10–30 % gegenüber Einzelverkauf hinnehmen.

Faustregel für 2026:

Ein konkretes Beispiel: Du hast 10 Karten im Wert von je 8 EUR. Einzelverkauf: 10 × 8 EUR = 80 EUR, abzgl. 10 × (0,40 Provision + 0,06 Trustee + 1,50 Versand + 0,70 Verpackung) = 26,60 EUR Kosten → Netto 53,40 EUR. Lot-Verkauf für 60 EUR (25 % Abschlag): 60 EUR – (3,00 Provision + 0,45 Trustee + 4,00 Versand + 1,00 Verpackung) = 51,55 EUR Netto. Hier liegt der Einzelverkauf knapp vorn – aber nur, wenn du alle 10 Karten auch einzeln loswirst. Bei langer Lagerdauer gewinnt das Lot.

Nutze zur genauen Berechnung die kostenlosen Rechner unter /rechner/grading/ für Wertsteigerung durch Grading und /rechner/lot-ev/ für den direkten Vergleich von Einzel- vs. Lot-Verkauf. Beide Tools rechnen mit aktuellen Cardmarket-Gebühren und sparen dir das manuelle Kalkulieren.

Fazit

Der Gebühren-Stack ist bei Karten unter 10 EUR brutal – hier dominiert der Fixkostenblock. Ab 15 EUR Kartenwert wird Einzelverkauf attraktiv, ab 50 EUR ist er klar die beste Wahl. Für Massenware unter 5 EUR ist das Lot die einzige sinnvolle Strategie, es sei denn, du hast einen Käufer, der mehrere Karten auf einmal nimmt. Kalkuliere immer mit den realen Kosten – und nicht mit dem Wunschpreis.

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